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Friedrich-Ebert-Schule
Integrierte Gesamtschule und Ganztagsschule am Huthpark
Gedenkstein Hadamar

Gedenkstätte Hadamar

Die Klasse 10e unserer Schule besuchte im Juni 2010 die Gedenkstätte Hadamar.

Heute befindet sich auf diesem Gelände eine psychiatrische Einrichtung der Vitos Hadamar gemeinnützigen GmbH. In einem Gebäude ist heute eine Gedenkstätte, die an die Gräueltaten der Nazis erinnert und den Opfern dieser Zeit durch die Aufarbeitung der Schicksale einen Teil ihrer Menschenwürde zurückzugeben versucht.

Von 1939 bis 1945 war Hadamar eine von sechs Tötungsanstalten im Deutschen Reich. Aus den nach 1945 durchforschten Krankenakten, die lange unbeachtet im Keller lagen, geht hervor, dass in diesem Zeitraum ca. 15000 Menschen systematisch getötet wurden. In der Zeit von 1939 bis 1942 wurden die Insassen der Klinik (Behinderte, psychisch Kranke) mit Kohlenmonoxid vergast und anschließend im Krematorium verbrannt. Ab 1942 wurden auch andere Personen mit Bussen eingeliefert, durch Spritzen getötet und ihre Leichen anschließend in Massengräbern auf dem Friedhof verscharrt. Unter den Toten befanden sich auch Kinder sowie Soldaten und Angehörige der SS, die durch die Kriegsereignisse psychisch erkrankt waren.

Die Führung durch das Gelände war sehr ausführlich und für alle emotional sehr bewegend, weil nicht nur durch die Anschauung der noch original vorhandenen Teile der Gebäude (Seziertisch, Gaskammer, Busgarage,....), sondern auch durch die Briefe der Insassen bzw. ihrer Angehörigen die schrecklichen Geschehnisse im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen.

Sowohl die Anwohner von Hadamar und die der umliegenden Ortschaften als auch die Beschäftigten der Klinik (Ärzte, Pfleger, Küchenhilfen) wollten nach 1945 nichts von alledem gewusst haben. Die Ärzte sprachen von Gnadentod für die Erbkranken bzw. Behinderten bzw. für alle, die es nicht „wert“ waren, dass sie lebten.

 

Hier einige Schüleräußerungen:

„Jeder Nazi, der im Moment vom Nationalsozialismus überzeugt ist, sollte diese Führung durchmachen und sich dann noch mal äußern.“ Rebeka

„Ich fand es sehr interessant. Die Vergasung wurde von allen, die in der Umgebung eines solchen Lagers lebten, verschwiegen. Die Angestellten haben die Vergasung entweder verschwiegen oder verharmlost. Die Ärzte haben dort freiwillig gearbeitet, aber behauptet, dass sie gezwungen wurden. Während andere, wie die Schreiber der Trostbriefe, wirklich gezwungen wurden.“ Mirjam

„Bei der Führung ist mir Vieles durch den Kopf gegangen. Von außen schien alles normal, doch nach der Führung war ich fassungslos. In der Gaskammer hatte ich irgendwie ein komisches Gefühl.“ Marlies

„Für mich war Hadamar ein interessantes und auch bewegendes Erlebnis.  Dort war eine merkwürdige Atmosphäre und ich stellte mir die ganze Zeit vor, welche schlimmen Dinge dort geschahen. Bedrückend war es, als wir in den Keller kamen, in dem die Menschen getötet wurden.“ Dennis Kr.

„Von außen sah das Gebäude unscheinbar aus, aber von innen hatte es eine ganz andere Wirkung. Es war aufregend und schlimm zugleich.“ Kevin

„Ich fand den Durchgang durch den Keller, wo die Menschen vergast und dann verbrannt wurden, sehr bedrückend. Es war ein mulmiges Gefühl. Ich würde jedem raten, einmal nach Hadamar zu fahren und sich mit der Vergangenheit unserer Geschichte auseinander zu setzen.“ Dennis Kl.

„Hadamar hat einem zum Nachdenken gebracht. Was in den Menschen vorgegangen ist. Ich fand es auch gut, dass viele Dinge noch instand waren.“ Benedikt

„Es war ein komisches Gefühl, besonders in der Gaskammer. Man steht da, wo tausend Menschen qualvoll starben. Auch im Sezierraum, in dem manchen Leichen das Gehirn entnommen wurde und an verschiedene Universitäten geschickt wurden.“ Andre

„Der Punkt ist, dass in Hadamar nicht nur behinderte Menschen getötet wurden, sondern auch völlig Gesunde, die nur Heimweh hatten oder durch den Krieg psychisch kaputt gegangen sind.“ Lukas

„Damals wurde auch in den Schulen verbreitet, dass Behinderte, Alte und psychisch Kranke nur „Halbmenschen“ sind, die keinen Lebenswert hatten und sich auch nicht fortpflanzen durften. Alte Menschen hatten oft ein Krankheitsbild von Alzheimer. Junge Menschen wurden für krank erklärt, wenn sie unordentlich waren bzw. ADS (unruhig bzw. zappelig) hatten.“ Sabrina

 

weitere Informationen unter: www.gedenkstaette-hadamar.de/

Gaskammereingang und Seziertisch